1946 – 1957 Chronik der Ereignisse und Sachstände

Inhalt 2021-06-09 : 1946 – 1947 – 1948 – 1949 – 1950 – 1951 1952 1953195419551956 – 1957

>>1946<<

1946/47 wurde der Bezirksschornsteinfegermeister Herbert Mau durch Bürger und auch ehemalige Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal gebeten, die Freiwillige Feuerwehr wiederzubeleben und weitere Bürger für die Mitarbeit in der FFW zu gewinnen. Unterstützt wurden diese Forderungen von Bürgern, die bereits irgendwie aus den Nachkriegswirren in ihre Heimatstadt zurückgefunden hatten. Hierzu zählten zum Beispiel: der Buchdrucker Julius (Jule) Pawlowski, Bauer Wilhelm Hellwig, Apotheker Hermann Roufs, Fritz Kube und andere.
Diese und auch Jugendliche stellten sich für die Mitarbeit in der Feuerwehr zur Verfügung. 

Dieser Anfang war für die Kameraden eine besondere Herausforderung, da kaum noch notwendige Gerätschaften vorhanden waren. Das während des Krieges vorhandene Löschfahrzeug war weg. Einsatzkleidung existierte nicht. Technische Gerätschaften fehlten. Übriggeblieben waren lediglich 2 Tragkraftspritzen 800 (TS 8) einschließlich Hänger (TSA) und eine Magirus Tragkraftspritze auf Lafette mit einer Nennförderleistung von 600 l/min. 

Unsere ,,Pferdegezogene Handdruckspritze“ Baujahr 1907 tauchte wieder auf. Wo diese Geräte herkamen, ist nicht bekannt. Im Gespräch war allerdings, das Bürger, vermutlich Bauern, diese versteckt hatten und somit vor Diebstahl und Zerstörung gerettet haben.

Etwas Schlauchmaterial war noch vorhanden. Neben den üblichen gummierten, fanden sich auch Rohhanfschläuche. Diese Schläuche waren leichter und solange sie trocken waren besser zu handhaben. Werden die Schläuche mit Wasser gefüllt, sind sie anfangs durchlässig und schlecht benutzbar. Erst nach kurzer Zeit, in der sie aufquellen können, werden sie dicht und benutzbar.

Für die Bekämpfung der in der Nachkriegszeit häufig auftretenden Waldbrände, hatten sich anfänglich Bauer mit Fuhrwerken zum Transport der Kameraden am Gerätehaus bei Alarm einzufinden. Hierzu waren entsprechende Pläne ausgegeben. Da aber die Bauern häufig mit ihren Gespannen auf den Feldern tätig waren, entstanden erhebliche Verzögerungen bis sie am Gerätehaus ankamen. 

Mit den ersten Fahrzeugen unterschiedlichster Qualität, die der Feuerwehr  zur Verfügung gestellt werden konnten, erübrigten sich die Festlegungen zur Gestellung von Gespanndiensten. Organisiert war auch ein Fahrdienst mit einem Fahrzeug der Polizeischule, die am Großen Wukensee eingerichtet war. Dieses Fahrzeug stand aber nicht immer zur Verfügung.


>> 1947 <<

Viele Bemühungen des Wehrleiters H. Mau führten dazu, dass ein Wan­derer (Pritsche mit Anhänger) erstanden und der Biesenthaler Wehr für den Feuerwehrdienst zur Verfügung gestellt wurde. Es ist unbekannt woher dieses Fahrzeug kam.

Der „Wanderer“ wurde durch die Kameraden für Einsatzfahrten hergerichtet. Es war das erste Einsatzfahrzeug nach dem Krieg. Für Ausbildungszwecke wurde das Fahrzeug natürlich auch genutzt.
In der Folgezeit be­schaffte Kamerad Herbert Mau ein LF 15 mit Vorbaupumpe. Aber immer wie­der war man auf technische Hil­fe örtlicher Einrichtungen ange­wiesen, um die Technik zum Einsatzort zu fahren. Die Ausbildung an diesem LF15 erfolgte auch für die Nachbarwehren.


>>1949<<

Politik: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7.Oktober.


>>1950<<

Zu Beginn der 1950 er Jahre, wurden in den Freiwilligen Feuerwehren der DDR Zentralkommandos gebildet, mit dem Ziel ein einheitliches Ausbildungsniveau zu erreichen. Hierzu wurden die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Bernau in 8 Bereiche nach Größe und geografischer Lage aufgeteilt bzw. zusammengefast. Dazu wurden Zentralkommandoleitungen unter der Führung erfahrener Feuerwehrkameraden gebildet. Diese bestanden: aus dem Leiter, einem Stellvertreter für Ausbildung und Schulung und einem Stellvertreter für den vorbeugenden Brandschutz.

Diese Aufgabe stand für Herbert Mau unmittelbar mit seiner Tätigkeit als Bezirksschornsteinfegermeister in Verbindung. Er war schließlich im Besitz einer Auflistung der Wohnstätten und konnte somit gleichzeitig die Kontrolltätigkeit der Feuerwehr koordinieren.

1956 erkrankte der Kamerad Herbert Mau, war ans Bett gefesselt und verstarb einige Zeit danach. Damit wurde Kamerad Hermann Krämer plötzlich, Ende 1957 Leiter des Zentralkommandos der FFW Biesenthal.

Die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal gehörte zum Zentralkommando (später Wirkungsbereich) Biesenthal mit den Wehren Tempelfelde, Danewitz, Rüdnitz, Lobetal, Lanke und Sophienstädt.

Nach wenigen Jahren wurden die Wirkungsbereiche nach dem jeweiligen Standort, umbenannt. Zum Beispiel WB Biesenthal. Auch die WB Leitungen wurden durch zusätzliche Kameraden funktionsmäßig erweitert. So gab es neben dem Leiter des WB, einem Stellvertreter für Einsatz-, Aus – und Weiterbildung , einem Stellvertreter für Vorbeugenden Brandschutz nun auch einen Stellvertreter Technik (in erster Linie TS Prüfer).


>> 1957 <<

In diesem Jahr waren neben 8 Theater­wachen auch 24 Brände zu löschen. 

Hierunter fiel auch der Brand vom Feuerwehrturm (Steige-Übungs-Turm). In einer Scheune, links vom Feuerwehrturm stehend, entstand ein Feuer, das von spielenden Kindern ausgelöst wurde. Das Feuer griff auf den Feuerwehrturm über. Die Holzkonstruktion brannte völlig nieder.
Das LF 15 war nicht einsatzbereit bzw. außer Betrieb und stand zur Brandbekämpfung nicht zur Verfügung.

Im Mai 1957 brennt der Steigeturm.


Aufnahme zum 50Jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal.

Wehrführer Kamerad Gerhard Giese (sitzend 1.vr) – Kamerad Hermann Krämer (stehend 1.vl) seit 1957 Leiter Zentralkomando, später Leiter Wirkungsbereich danach Amtsbrandmeister für Amt Biesenthal-Barnim, seit 1999 im Ruhestand.

Fest zum 50Jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal. (Diashow)