1940 – 1945 Chronik der Ereignisse – 2.Weltkrieg*

*2.Weltkrieg vom 01.September 1939 bis 08.Mai 1945

Inhalt 2020-05-09 : 1940 – 1941 – 1942 – 1943 – 1944 – 1945

>> 1940 <<

Am 5. Januar, die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal besitzt seit Jahren zur Beförderung der Mannschaft, der Feuerlöschgeräte und der großen Motorspritze, einen alten Stadtomnibus. Bei der einer Prüfung der Betriebssicherheit ist festgestellt worden, dass das Fahrzeug nicht mehr die erforderliche Verkehrssicherheit besitzt. Eine Instandsetzung ist kaum möglich.

Die Stadtverwaltung hat sich entschlossen der Feuerwehr ein neues Alarm Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, mit einem Kostenaufwand von 11.000,- RM. Die Stadt ist aber nicht in der Lage diese Summe aufzubringen. Die Feuersozietät der Provinz Brandenburg hat sich bereit erklärt ein zinsloses Darlehen von 9.000,- RM zur Verfügung zu stellen.


Am 9. Januar in der Feuerwehrversammlung erläutert Der Hauptbrandmeister Schwiede die kürzlich ergangene gesetzliche Bestimmung über den polizeilichen Charakter der Freiwilligen Feuerwehr. Nach diesen Vorschriften gelten die Freiwilligen Feuerwehren jetzt nicht mehr als Vereine, sondern sind als Hilfspolizeitruppe anzusehen. Die Wehr untersteht der Befehlsgewalt des örtlichen Polizeiverwalters. Brandmeister Gläser gab bekannt, daß die Kameraden bei der Teilnahme von Brandbekämpfung eine Entschädigung erhalten.

Sie ist jetzt Hilfspolizeitrupp und untersteht dem örtlichen Polizeiverwalter.

>> 1941 <<

Bereitstellung eines schweres Löschgruppenfahrzeug, um den Brandschutz für Biesenthal und Berlin zu gewährleisten.

>> 1942 <<

Übergabe eines neue Löschfahrzeug für Biesenthal am 12. August.
Um die Wehr voll einsatzfähig zu machen, hat der Bürgermeister mit Zustimmung der Ratsherren, bereits vor Jahren ein großes Löschgruppen Fahrzeug in Auftrag gegeben, dass in der vorigen Woche von der Firma Magirus angeliefert worden ist.

Der Bürgermeister übergab das Fahrzeug der vor dem Feuerwehr Dienstgebäude angetretenen Wehr und hob in einer kurzen Ansprache hervor, dass für die wir die Übergabe des Löschzuges eine besondere Anerkennung bedeutet, die sich durch ihre bisherigen Leistungen wohl verdient habe. Infolge der besseren Ausrüstung werden aber an die Wehr nun auch höre Anforderungen gestellt werden. Es werden von ihr in Zukunft bei der Bekämpfung größerer Brände besondere Leistungen erwartet. Es besteht kein Zweifel, dass die Biesenthaler Wehr, die von Bürgermeister gelobte Einsatzfreudigkeit in Zukunft mehr denn je Beweisen wird.


Festlegung des Bürgermeister Lust Ortspolizeibehörde vom 9.Juli.Die Alarmierung der Feuerlöschkräfte erfolgt in Zukunft bis auf Widerruf nur noch durch Hornsignal.

Bei ertönen des Signalhorn uns haben sich die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr – Pflichtfeuerwehr – H.J. Feuerwehr und zu Gespannstellung verpflichteten Pferdehalter an den ihnen bekannt gegebenen Plätzen unverzüglich einzufinden.

Die vorhandenen Sirenen werde nur noch im Ernstfall bei Fliegeralarm und zur Entwarnung genutzt.

>> 1943 <<

Am 18.November flog erstmals ein Verband von 444 viermotorigen Lancaster-Bomber über Biesenthal. Ein Teil der Bomber wohl durch Abwehrfeuer abgedrängt und einige Bomber entledigten sich ihrer Bomben über Biesenthal. In der Hellmühle ging die Gutscheune in Brand. Der Bahnhof Biesenthal und viele umliegende Gebäude wurden zerstört durch Brand- und Sprengbomben. Einige Flugzeuge stürzten in Biesenthal ab.


Ein schrecklicher Bombenangriff am 23.Dezember auf die Heimstättenstasse, sorgte für die Zerstörung mehrerer Siedlungshäuser.
Frau Ringer, Hebamme der Stadt, mit ihrem Pflegekind verloren ihr Leben, das Haus wurde gänzlich zerstört.


Eine Berliner Familie (3 Personen) welche Schutz vor den Bombenangriffen in Biesenthal gesucht hatten, wurden ebenfalls getötet.
Im Garten von Gärtnerei Schmidt in der Mozart-Strasse ging ein Blindgänger, gottlob ohne Sprengung, nieder. Er konnte entschärft werden.

Einige Bomben liegen noch heute in Seen, Flüssen und Wiesen in der Umgebung.


Der Feuerwehrstandplatz befand sich auf dem Gelände des Stadtbauplatzes, gegenüber dem Feuerwehrdepot.
Das Büro der “Technischen Nothilfe” befand sich in den Kellerräumen des ” Alten Rathauses” , später wurde der Keller als Feuerwehrbunker genutzt.
Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr wurde im Berg an der Kirche untergestellt. Eigens dafür war ein tiefer Unterstand in den Berg, linkseitig des Hintereingangs, gegenüber der Feuerwehr ausgegraben.

>> 1944 <<

Am Nachmittag des 13. Januar kamen die Feuerwehren aus Finow, Biesenthal, Lichterfelder, Falkenberg, Rüdnitz, Werneuchen und Strausberg zu einem kurzen Appell vor dem Landratsamt zusammen. Nach einer kurzen Ansprache, in der der Landrat Dr. v. Thaer die Verdienste und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrmänner würdigte, überreichte er 13 von Ihnen Auszeichnungen. Diese Männer hatten sich bei ihren Einsätzen nach schweren Terrorangriffen auf die Reichshauptstadt besonders hervorgetan.

>> 1945 <<

Bis zum Ende der Kriegswirren wurden 12 Häuser in Brand gesetzt, darunter die größte Gaststätte und Hotel am Markt „Zum Goldener Stern“, 3 angrenzende Wohnhäuser, 2 weitere Gasthäuser (wie Gaststätte „Fichtenhain“ Bahnhofstr.58).


Der Zweite Weltkrieg machte alles kaputt – keiner wusste wo alles Gerät geblieben war. Nur die alte Pferde-Handdruckspritze wurde gerettet – dem Befehl zu deren Verschrottung – wurde nicht folgegeleistet und sie wurde in vielen Scheunen versteckt.

Wie die Freiwillige Feuerwehr in den ersten Nachkriegsmonaten tätig wurde, ist nicht bekannt. Es müssen sich aber Bürger, darunter auch Jugendliche, zusammengefunden haben um die häufig auftretenden Waldbrände zu bekämpfen. Das konnte schon der Anfang eines neuen Lebens der Freiwilligen Feuerwehr gewesen sein.

Die Pferde-Handdruckspritze war  wieder 1. Lösch­fahrzeug für Biesenthal.           

Für die Bekämpfung der in der Nachkriegszeit häufig auftretenden Waldbrände, hatten sich anfänglich Bauern mit Fuhrwerken zum Transport der Kameraden am Gerätehaus bei Alarm, einzufinden. Hierzu waren entsprechende Pläne ausgegeben. Da aber die Bauern häufig mit ihren Gespannen auf den Feldern tätig waren, entstanden erhebliche Verspätungen bis zu ihrem Stellplatz am Gerätehaus. 

Mit den ersten Fahrzeugen, unterschiedlicher Qualität, die der Feuerwehr  zur Verfügung gestellt werden konnten,  erübrigten sich die Festlegungen zur Gestellung von Gespanndiensten. Organisiert war auch ein Fahrdienst mit einem Fahrzeug der Polizeischule, die am Großen Wukensee eingerichtet war. Dieses Fahrzeug stand aber nicht immer zur Verfügung.

Unser 1. Fahrzeug war ein Wanderer mit Pritschenaufbau, den wir für Einsatzfahrten hergerichtet haben. Für Ausbildungszwecke haben wir das Fahrzeug natürlich auch genutzt. Dieses Auto hatte der Wehrleiter Herbert Mau irgendwo aufgetrieben und für unseren Feuerwehrdienst zur Verfügung gestellt.

Da nicht immer Zugfahrzeuge bereitstanden, haben wir unseren vollbestückten Tragkraftspritzenanhänger selbst bis zur Einsatzstelle, sogar vom Gerätehaus bis in die Hellwig-Straße, im Laufschritt transportiert.


Die Materialbeschaffung hatte unter großen Schwierigkeiten den Vorrang.
Die Wehr wurde tätig bei Wald- und Wiesenbrände, hielt Brandwachen im Hans-Otto-Theater im Lokal Reddies.


Bei der Einbringung von Kartoffeln und Getreide, bei der Erstellung neuer Badestege am Wukensee wurde geholfen.